Das Alt- Wiener Strauss - Ensemble Stuttgart   






Das in seiner Zusammensetzung in der Bundesrepublik einzigartige Ensemble, welches die Musik der Strauss-Dynastie, Joseph Lanners und seiner Zeitgenossen in der Alt-Wiener Besetzung interpretiert, (Johann Strauss, Sohn, begann seine große Karriere im Okt. 1844 in ähnlicher Besetzung) wurde 1972 von Kon-zertmeister Arthur Kulling und 11 Mitgliedern des Württembergischen Staats-orchesters Stuttgart gegründet. Neben den hervorragenden instrumentalen Leistungen seiner Mitglieder verleihen Arthur Kullings konkurrenzlos authentische Rekonstruktionen verloren gegangener oder vernichteter Strauss'scher Originalarrangements für die kleine Besetzung dem Ensemble seinen besonderen Stellenwert.

Seit der Vernichtung fast des gesamten Notenmaterials der Strauss - Kapelle im Jahr 1906 durch den letzten der "Stäusse", Eduard Strauss, (er ließ in einem Anfall falsch verstandener Familiensolidarität die einmaligen handschriftlichen Originalnoten verbrennen) war der Sound der Originalkompositionen so gut wie nie mehr zu hören.

Dem Alt-Wiener Strauss-Ensemble ist es nun ein Anliegen, die eingängige und beschwingte Musik der Sträusse in den Rekonstruktionen von Arthur Kulling (ohne das später oft übliche "Tschingderassa-Bum" eines Riesenorchester- arrangements oder gar elektronisch verstärkt) einem möglichst großen Publikum zugänglich zu machen.

Neben den regelmäßigen Neujahrskonzertauftritten in der Stuttgarter Staatsoper, im Opernhaus Bayreuth, in Coburg und im Forum Ludwigsburg und einer regen, über das Jahr verteilten Konzerttätigkeit sowie Rundfunk- und Fernsehauftritten (u.a. Verstehen Sie Spaß?, eigene Sendung im ZDF, Neujahrskonzertmitschnitt), gastierte das Ensemble immer wieder mit überwältigendem Erfolg im Ausland. Die Stationen dort reichten von Schweden, Norwegen, Dänemark über Spa-nien und Italien bis hin nach Südafrika. Vorläufiger Höhepunkt der Jubiläumsspielzeit 1997 (25 Jahre Alt-Wiener Strauss-Ensemble Stuttgart) wird im Anschluß an eine USA-Tournee im Herbst '97 Fernsehproduktion (Mitschnitt des Neujahrskonzerts) in S3 die sein. In Planung für Herbst 1998: Tourne durch Kanada. Sommer 1999: Wiederholung der grandiosen Südafrikatournee.

Das so erworbene Repertoire umfaßt mittlerweile weit über 200 Werke (ca. 15 Stunden reine Musik), von denen das Alt-Wiener Strauss-Ensemble Stuttgart  einige der erfolg-reichsten und wirkungsvollsten auf den bisher erschienen 4 CDs (Tacet 8, "Unter Donner und Blitz", "Strauss Highlights" Vol.1-4, M&V 02001/02002/02003/02004, Strauss Jubiläumskonzert, Livemitschnitt M&V 02005) veröffentlicht hat. In Vorbereitung: "Strauss Highlights" Vol.5, anlässlich des 150sten Todestages 1999 ausschließlich mit Werken von Johann Strauss, Vater (Programm seiner allerletzten Konzerttournee durch Deutschland 1849).
 
Die Deutsche Johann Strauss Gesellschaft e.V. erkennt die künstlerische Leistung des Alt-Wiener Strauss-Ensembles an und fördert sein kulturelles Wirken.


25 Jahre Alt-Wiener Strauss-Ensemble (1972-1997)

Von den zahlreichen Konzerten im Jubiläumsjahr 1997, unter anderem im Forum in Ludwigsburg, Staatsoper Stuttgart, Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, Kongreßhaus Rosengarten Coburg, Festspiele Burgarena Finkenstein, Österreich, Musiksommer Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein Musikfestival, Liederhalle Stuttgart, wurde das Konzert in der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart am 20. Juli 1997 live mitgeschnitten und liegt nun als klingendes Dokument des Jubiläums vor.

Unter der Leitung von Arthur Kulling, dem Gründer des Ensembles, erklingen Werke der Strauss-Dynastie, der beiden Jahresregenten Franz Schubert (200. Geburtstag), Johannes Brahms (100. Todestag) und von Franz Lehár.
Franz Schubert war, wie Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Beethoven, auch Wegbereiter der Alt-Wiener Tanzmusik, des Wiener Walzers und Johannes Brahms hat aus seiner Freundschaft und Wertschätzung zu Johann Strauss nie einen Hehl gemacht.
Solistin ist die Sopranistin Ruth Ingeborg Ohlmann, Preisträgerin des internationalen "Alexander Girardi - Gesangswettbewerbs" 1996 in Coburg und als Moderator brillierte der Staatsschauspieler Wolfgang Höper.

Seit seiner Gründung im Jahre 1972 gab das "Alt- Wiener Strauss-Ensemble" zahllose Konzerte im In- und Ausland.  Vor allem die Gastspiele und Tourneen in Spanien, Norwegen, Dänemark, Italien, Schweden und Südafrika waren unvergeßliche Erlebnisse für die Musiker.  Fernsehauftritte in Mainz (ZDF), Spanien (Barcelona) und Südafrika (Sauk), Schallplatten-, CD- und Rundfunkproduktionen vervollständigen das Wirkungsfeld des Ensembles.  Zahlreiche Gesangssolisten musizierten mit dem "Alt-Wiener Strauss-Ensemble" und namhafte Moderatoren führten durch das Programm.
Die Kritik bescheinigte dem kleinen Orchester ein "unverwechselbares eigenes Klangprofil". Es entspricht in seiner Größe - die Anzahl der Musiker ist identisch mit dem seiner historischen Vorbilder - dem Orchester von Johann Strauss, Vater (5 Streicher, 6 Bläser, Schlagzeug), mit dem er im Fasching des Jahres 1826 auftrat, und dem seines Sohnes, das dieser bei seinem Debüt 1844 im Casino Dommayer dirigierte.
 

 
Das Strauss-Ensemble vor 20 Jahren                              Das Strauss-Ensemble in Norwegen

Das Strauss-Ensemble vor 25 Jahren
 
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Die CDs

Die CDs des Alt-Wiener Strauss-Ensembles erhalten Sie im Fachhandel oder können Sie zum Preis von DM 30,-- zuzüglich Versandkosten bestellen bei:
Musik&Video-Verlag Ralph Kulling, Augustenstr.46, 70178 Stuttgart, Tel.: +49-711-611990, Fax +49-711-611950,
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Coburger Neujahrskonzert "UNTER DONNER UND BLITZ" (66'46) CD TACET 8

Johann Strauss 1825-1899
Ouvertüre zu WALDMEISTER (9'37)
KÜNSTLERQUADRILLE op. 201 (5'57)
UNTER DONNER UND BLITZ Schnell-Polka op.324 (3'07)
ACCELERATIONEN Walzer op. 234 (9'10)
EGYPTISCHER MARSCH op. 335 (3'56)
ELJEN A MAGYAR Schnell-Polka op. 332 (2'23)
WIENER BLUT Walzer op. 354 (9'10)

Josef Strauss 1827-1870
DIE SCHWÄTZERIN Polka-Mazurka op. 14 (3'50)

Johann Strauss, Vater 1804-1849
KETTENBRÜCKE-WALZER op. 4 (4'45)

Eduard Strauss 1835-1916
TELEFON-POLKA op. 165 (3'26)
BAHN FREI !  Schnell-Polka op. 45 (1'56)

Joseph Lanner 1801-1843
DIE ROMANTIKER Walzer op. 167 (8'55)



Strauss Highlights Vol.1 (M&V 02001)


Johann Strauss 1825-1899
An der schönen blauen Donau, Walzer, op. 314 10:11
Wiener Bonbons, Walzer, op. 307   9:57
Ouvertüre zur Operette "Cagliostro in Wien" 6:41
Dolci Pianti, Cello-Romanze, Solist: Jan Pas 4:14
Csardas aus "Ritter Pasman", Solo-Violine: Arthur Kulling   4:39
Bauernpolka, op. 276    2:50
Rosen aus dem Süden, Walzer, op. 388              10:02

Josef Strauss 1827-1870
Gedenke mein, Schnellpolka, op. 38  2:19
Die Libelle, Polka Mazurka, op. 204   4:24

Johann Strauss, Vater 1804-1849
Eisele-Beisele-Sprünge, Polka française, op. 202 2:29

Eduard Strauss 1835-1916
Die Wienerin, Polka française, ohne Opus  4:16
Mit Extrapost, Schnellpolka, op. 259  2:09
Die Biene, Polka française, op. 54   4:20

Johann und Josef Strauss
Pizzicato-Polka     2:44


Strauss Highlights Vol.2 "Künstlerleben" (M&V 02002)


Johann Strauss  1825-1899
Künstlerleben, Walzer, op. 316   9:19
Attaque-Quadrille, op. 76    4:48
Prinz Methusalem, Ouverture   5:36
Im Krapfenwald'l, Polka française, op.336  4:07

Josef Strauss  1827-1870
Die Naßwalderin, Ländler, op. 267   6:26
Plappermäulchen, musikalischer Scherz, Polka schnell, op. 245   2:36
Vergißmeinnich, Polka Mazur, op.2   4:11

Johann Strauss (Vater)  1804-1849,
Sommernachtsträume, Walzer, op. 180  8:27
Gitana-Galopp, op. 108    2:34
 
Eduard Strauss 1835-1916
Wo man lacht und lebt, Polka schnell, op. 108 2:01
Ball-Promessen, Walzer, op.82   8:20
 



Strauss Highlights Vol.3 "Herzschrittmacher" (M&V 02003)


Mit dieser CD, "Herzschrittmacher", Strauss Highlights, Vol.3, werden "Schmankerln" präsentiert (zum Teil aus schon bestehenden Einspielungen entnommen ), die immer wieder das Blut in Wallung bringen, das Prickeln der Notenteufelchen in den Beinen forcieren und die das Publikum zumeist als "Rausschmeißer", als Zugaben genießt.

Johann Strauss, Vater 1804-1849
Radetzky-Marsch, op. 228
Gitana-Galopp, op. 108

Johann Strauss 1825- 1899
Furioso, Schnellpolka, quasi Galopp, op.260
Bauernpolka, op. 276
Auf der Jagd, Schnellpolka, op. 373
Tritsch-Tratsch-Polka, op. 214
Künstler-Quadrille, op. 201
Egyptischer Marsch, op. 335
Eljen a Magyar, Schnellpolka, op. 332
Attaque Quadrille, op. 76
Unter Donner und Blitz, Schnellpolka, op. 324

Eduard Strauss 1835-1916
Wo man lacht und lebt, Schnellpolka, op. 108
Bahn frei, Schnellpolka, op. 45
Mit Extrapost, Schnellpolka, op. 259
Auf und davon, Schnellpolka, op. 73

Josef Strauss 1827-1870
Plappermäulchen, musikalischer Scherz, op. 245
Gedenke mein, Schnell-Polka, op. 38

Bonustracks
Hans Höfer : Coburger Strauss-Fieber, Schnellpolka
Daß das "Strauss-Fieber" auch heutige Komponisten inspiriert, zeigen die beiden Schnellpolkas von Hans Höfer und Arthur Kulling. Letzterer ermunterte den Coburger Hans Höfer eine Polka zu schreiben, die anläßlich des dritten Coburger Neujahrskonzertes 1990 zur Uraufführung gelangte.  Diese Komposition sollte die Verbindung zwischen Johann Strauss und Coburg weiter vertiefen.  Höfer komponierte im Stile der Sträusse und versuchte im Trio nach Art der Quadrillen bekannte Coburger Themen und solche des "Schani" zu verarbeiten.

Arthur Kulling: Für uns, für euch, für alle, Schnellpolka op. 13
In Anlehnung an den Slogan des Hauptsponsors der "Johann Strauss Musik-Tage" und des internationalen Gesangswettbewerbes "Alexander Girardi" in Coburg hat  Arthur Kulling sein Opus 13 der HUK gewidmet und anläßlich der Strauss-Tage 1994 im Riesensaal des Schlosses Ehrenburg aus der Taufe gehoben. Dazu äußerte ein Kritiker:
"Sollten die HUK-versicherten Autofahrer demnächst so rasant und spritzig fahren, wie diese Polka daherrast; arme HUK !"


Strauss Highlights Vol. 4 "Dorfschwalben aus Österreich" (M&V 02004)


Josef Strauss 1827-1870
Dorfschwalben aus Österreich« Walzer op. 164 (8'15")

Johann Strauss (Sohn) 1825-1899
Auf der Jagd« Polka schnell op. 373   (2'30")
Annen-Polka« Polka française op. 117   (4'18")
Das Spitzentuch der Königin« Ouvertüre  (5'63")
Der Carneval in Rom« Ouvertüre   (6'35")
Tritsch-Tratsch-Polka« Polka schnell op. 214 (2'57")
G'schichten aus dem Wienerwald« Walzer op. 325 (12'08")

Joseph Lanner 1801-1843
Die Schönbrunner« Walzer op. 200   (8'59")

Johann Strauss (Vater) 1804-1849
Loreley-Rhein-Klänge« Walzer op. 154   (9'21")


Strauss "Jubiläumskonzert" (M&V 02005)
Livemitschnitt des Jubiläumskonzerts anlässlich des 25 jährigen Bestehens des Alt-Wiener Strauss-Ensembles Stuttgart


Johann Strauss (Sohn) 1825-1899
Ouvertüre zu "Eine Nacht in Venedig".
Arie der Annina "Was mir der Zufall gab" aus "Eine Nacht in Venedig".
Leichtes Blut, Polka schnell, op. 319
Tausend und eine Nacht, Walzer, op. 346
Ouvertüre zu "Der Zigeunerbaron"
Arie der Saffi "So elend und so treu" aus "Der Zigeunerbaron"
Auftrittslied der Gräfin "Grüß dich Gott mein liebes Nesterl" aus "Wiener Blut"
Wo die Citronen blüh'n, Walzer, op. 364
"Mein Herr Marquis" aus "Die Fledermaus".

Johann Strauss (Vater) 1804-1849
Piefke und Pufke-Polka , op. 235

Josef Strauss 1827-1870
Jokey-Polka , Polka schnell,  op. 278

Eduard Strauss 1835-1916
Columbine, Polka mazur, op. 89
Auf und davon, Polka schnell, op. 73

Franz Schubert
Fünf Ecossaisen / Grätzer Galopp

Franz Lehár
"Meine Lippen, die küssen so heiß" aus "Giuditta"

Johannes Brahms
Ungarischer Tanz Nr. 3

sämtliche Bearbeitungen / Arrangements: Arthur Kulling
Verlag: Musik&Video Verlag Ralph Kulling



Ein Gratulant:
 

DR.  EDUARD STRAUSS

 G R U S S W O R T zur Feier des 25-jährigen Bestehens des
"Alt-Wiener Strauss-Ensembles"

Liebe Freunde!

Es ist mir eine besondere Freude und ein Herzensanliegen, Euch zu Eurem 25jährigen Jubiläum zu gratulieren.  Immerhin habe ich Euch seit mehr als zehn Jahren öfter als Moderator in einigen Eurer stets sehr erfolgreichen Konzerte begleiten dürfen, vor allem natürlich in 10 Coburger und einigen Bayreuther "Neujahrskonzerten".  Da wächst man natürlich schon etwas zusammen.  Besonders dankbar bin ich Arthur Kulling, Eurem Gründer und Leiter, für seine hervorragenden Arrangements der Musik meiner Familie für die Größe (die Kleinheit) Eures Ensembles, für die stets sehr einfühlsame Programmgestaltung als eine Mischung aus "großen" Werken, kammermusikalisch aber dafür in erstaunlicher Klangfülle dargeboten, und echten "Schmankerln", wie den "Piecen im Ländlerstil" meines Lieblings unter den Komponisten meiner Familie, Josef Strauß.  Diese Miniaturen habt Ihr immer stilgerecht, sehr duftig, fast ätherisch, mit besonderem Flair dargeboten und zur Wirkung gebracht!  Nicht vergessen möchte ich natürlich auch Euer Bemühen um die Werke meines Ururgroßvaters Johann Strauß (I.) und meines Urgroßvaters Eduard Strauß (I.)! Ihr habt stets durch Euer exaktes Spiel - jeder ein Solist und doch ein homogenes Ensemble - und Euren unverwechselbaren, sehr "wienerischen", musikantischen Stil bestochen, und man hat gemerkt, daß jeder mit Freude und persönlichem Engagement dabei ist!  Ich wünsche Euch noch viele Jahre gemeinsamen, künstlerischen Wirkens zum Segen der Wiener Musik!

In Dankbarkeit
Euer
 

Wien, im Juli 1997
 
 



 
Anmerkungen des Bearbeiters Arthur Kulling
Die "Kleine Strauss - Edition"

In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entwickelte sich die Wiener Tanzmusik, hervorgegangen aus dem Menuett, dem Deutschen Tanz, dem Ländlerischen Tanz von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und anderen Zeitgenossen zum Wiener Walzer, dessen Geburtsstunde mit den Komponisten Joseph Lanner und Johann Strauss (Vater) während der Zeit ihres Wirkens schlug.  Beide gelten als Begründer des Wiener Walzers.

Hinzu kamen aus Böhmen die Polka, aus Frankreich der Galopp und die Quadrille und aus Polen die Mazurka.
Waren es vorerst ausschließlich kleine Besetzungen (2 Violinen, Bass; 3 Violinen, Bass oder 2 Violinen, Viola, Bass), nach denen das tanzlustige Wien in zumeist kleinen Wirtschaftsgärten, Casinos und Etablissements sich bewegte, so wurden mit der steigenden Popularität von Joseph Lanner und Johann Strauss (Vater) auch die Säle und Orchester größer.

Im Fasching 1826 trat Johann Strauss (Vater) mit einem Orchester von 12 Musikern ( 5 Streicher, 6 Bläser und Pauke) auf und im Oktober 1844 begann sein Sohn ebenfalls in dieser kleinen Besetzung seine große Karriere.  Es gab außer den kleinen, ausschließlich mit Streichern besetzten Gruppen auch noch "Zwischengrößen".  So spielte zum Beispiel Willi Boskovsky eine ganze Reihe von Kompositionen (von Joseph Lanner, Johann Strauss (Vater), ebenso die Tanzweisen der Klassiker und von Franz Schubert) in einer 8 - Mann - Besetzung (Flöte, Klarinette, 2 Hörner und 4 Streicher) ein.

Meine Neugier veranlasste mich, herauszufinden, wie es wohl damals im Alten Wien in dieser oder jener kleinen Orchesterbesetzung geklungen haben mag. Zu diesem Zweck gründete ich im Jahre 1972 das 12- köpfige "Alt-Wiener Strauss-Ensemble" und begann für eben jene Besetzung (3 Violinen, Viola, Cello, Bass, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und 2 Hörner) Arrangements zu schreiben, da Originalnotenmaterial für diese Besetzung nicht mehr existierte. Ich orientierte mich anfangs am Klangbild der Einspielungen von Willi Boskovsky und studierte anhand der vorhandenen Partituren (Eulenburg und Doblinger) Strauss'sche Kompositionen.  Nach den ersten geglückten Arrangements für das "Alt-Wiener Strauss-Ensemble" waren neben Publikum und Kritik auch meine Kollegen und ich erstaunt, wie durchsichtig, transparent, ausgewogen in den Klangfarben und ausgeglichen in der Balance zwischen Streichern und Bläsern dieses kleine Orchester klingen konnte.
Nach einiger Zeit begann ich, auch Kompositionen, die von Strauss schon für größeres Orchester konzipiert waren, für das "Alt- Wiener Strauss-Ensemble" zu instrumentieren.  Ausschlaggebend für diesen Entschluss war die Begegnung und Bekanntschaft mit Prof. Dr. Marcel Prawy, der ein Konzert des "Alt-Wiener Strauss-Ensembles" moderierte.  Er beschrieb Beispiele früherer Konzertpraxen und ließ ein Tondokument (Walze) mit u. a. dem Frühlingsstimmen-Walzer von Johann Strauss (Sohn) in der Interpretation von Johann Strauss III (Sohn seines Bruders Eduard) und Kompositionen von Carl Michael Ziehrer (unter dessen Leitung) in einer ähnlich kleinen Besetzung erklingen.

Dass gerade die kleine kammermusikalische Besetzung auch bei den großen Walzern und Ouvertüren viele sonst ungehörte Töne lebendig machte, wurde im Verlauf der vielen Konzerte, die wir in den 25 Jahren unseres Bestehens durchführten, von der Kritik immer wieder bestätigt.

Ich bemühte mich immer, im Stile und Geist der Komponisten des "Alten 'Wien und der Sträuße zu instrumentieren - was natürlich eine große Werkkenntnis voraussetzt - und erntete dafür auch von kompetenter Seite ( Prof.  Franz Mailer.  Prof.  Reichenauer, beide Wien, und von Dr. Eduard Strauss, Ur-Ur-Enkel von Johann Strauss, Vater), Beifall. So erklangen meine Arrangements unter namhaften Dirigenten - Sivio Varviso, Dennis Russel Davies, Stanislaw Skrowaczewski, u.a. an der San Franzisco Opera, Staatsoperette Dresden, Opernhaus Halle bei den Wiener Symphonikern, Berliner Philharmonikern, etc..

In Kenntnis meiner Arrangements, sowohl durch das Live - Erlebnis im Konzertsaal als auch über unsere CD -Einspielungen, übertrug mir Prof. Mailer die Aufgabe, für die nunmehr vollendete "Neue Johann Strauss Gesamtausgabe" unter der Patronanz der Wiener Philharmoniker in Zusammenarbeit mit der Johann Strauss Gesellschaft Wien, einige nicht mehr in Orchesterfassung vorhandene Werke nach Klavierausgaben (auch für die Einspielung sämtlicher Instrumentalwerke von Johann Strauss durch "Marco - Polo") quasi als Rekonstruktion zu instrumentieren. Diese waren: Burschenlieder - Walzer, op. 55; Kaiser Alexander Huldigungsmarsch, op. 290; Faschingslieder, Walzer, op. 11; Der Liebesbrunnen, Quadrille, op. 10; Fantasiebilder, Walzer, op. 64; Faust-Quadrille, op. 277; Sträußchen, Walzer, op. 15; Elfen- Quadrille, op. 16; Wilde Rosen, Walzer, op. 42; Pawlowsk-Polka, op. 184.

Auch bei der anschließend begonnenen Einspielung sämtlicher Werke von Josef Strauss galt es, einige nicht mehr vorhandene Partituren zu rekonstruieren.  Man übertrug mir die Aufgabe, folgende Werke von Josef Strauss zu instrumentieren: Vielliebchen, Polka Mazurka, op. 7; Combinationen, Walzer, op. 176; Die Nasswalderin, Polka Mazurka, op. 276; Schwarzenberg Monument - Marsch op. 210; Freigeister, Polka schnell, op. 253 und Schäfer Quadrille, op. 196.

Seit der Übernahme der Ur-Strauss-Kapelle durch Eduard Strauss - nach dem Tode von Josef Strauss und dem Abwandern von Johann ins Reich der Operette - trat diese in Form und Besetzung als Sinfonieorchester (etwa wie bei Haydn) auf.
Der "Alt-Wiener" Konzertpraxis und dem "Alt-Wiener" Klangbild kommt jedoch die "Kleine Strauss - Edition" am nächsten.

Wichtig ist es, den Instrumentationsstil der einzelnen Komponisten zu treffen, möglichst ihre Vorliebe für bestimmte Klangfarben zu erkennen und dem Charakter der jeweiligen Komposition gerecht zu werden. Ich glaube, dass mir das in den bisher vorliegenden über 200 Arrangements gelungen ist.
Arthur Kulling
 
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