Deutsche Johann Strauss-Gesellschaft

Untere Anlage 2, D-96450 Coburg.




Ehrenmitglieder: Dr. Eduard Strauss, Prof. Franz Mailer, Dr. Udo Unger, Professor Yoichiro Omachi


In Zusammenarbeit mit:
Johann Strauss Gesellschaft Wien
Svenka Strauss Sällskapet
Johann Strauss Society Great Britain
Johann Strauss Society of Japan
Johann Strauss Ühing Estland
Johann Strauss Musik Society Johannesburg
Assoziazione Culturale e Ricreativa, Cesena, Italia
Polnische Johann Strauss Gesellschaft Krakow



Das Alt-Wiener Strauss-Ensemble Stuttgart



Aufgabe und Ziele

Die Deutsche Johann Strauss Gesellschaft e.V. hat den Zweck, Ansehen, Werk und Bedeutung von Johann Strauss (1825 bis 1899) in der Öffentlichkeit zu fördern. Diese Förderung erstreckt sich natürlich auf die ganze Familie und ihre Zeitgenossen.
Unsere Mitgliederzeitschrift heißt "Neues Leben" und erscheint jährlich  2 Mal.

Möchten Sie gern:
-mehr von ihm und über ihn hören?
-seine damalige Zeit und Umwelt kennen lernen?
-mehr über seinen Einfluß auf die Musikwelt von damals und heute erfahren?
-zur Forschung des Lebens und Werkes von Johann Strauss Sohn und seiner Familie beitragen?

Die Deutsche Johann Strauss Gesellschaft lädt Sie dazu ein!

Der Jahresbeitrag für Einzelmitglieder beträgt DM 60,--, für Ehepaare DM 90,--
Der Jahresbeitrag für Einzelmitglieder in den neuen Bundesländern DM 30,--,
für Ehepaare DM 50,--
Der Jahresbeitrag für Jugendliche bis 18 Jahre DM 5,--
Auskünfte: Werner Abel, Rüdesheimer Straße 28, 64295 Darmstadt, Tel. 06151/664109
oder Arthur Kulling, Hölderlinstraße 15, 70771 Leinfelden/Echterdingen. Tel. 0711/7541924.



Gründung in Hamburg - Aufschwung in Coburg

Als der Hamburger Rechtsanwalt Joachim Viedebannt als 13 jähriger bei einem Preisausschreiben eine Schallplatte mit dem Walzer "Wiener Blut" gewann, wurde für ihn die Musik des Walzerkönigs zum Lebenselixier. 1955 trat er der Wiener Johann Strauss Gesellschaft bei und gründete nach ihrem Vorbild und dem der ausländischen Strauss-Freunde eine Deutsche Johann Strauss Gesellschaft. Das Protokoll über die Gründungsversammlung im Herbst des Jahres 1975 im Hotel Reichshof zu Hamburg nennt die bescheidene Zahl 13 an Gründungsmitgliedern, die jedoch kein Unglück brachte, denn heute ist das dritte Hundert bereits überschritten. Der plötzliche Tod von Joachim Viedebannt im Jahre 1978 ließ die Arbeit in der Gesellschaft für längere Zeit stocken. Nach der kommissarischen Geschäftsführung durch Dr. Udo Unger zeichnete Gerhard Fink für sechs Jahre in der Vorstandsetage der Strauss-Gesellschaft verantwortlich. Bei den Neuwahlen in März 1985 in Griesheim bei Darmstadt erkoren die Mitglieder den Musikologen an der Universität Duisburg, Professor Norbert Linke, zum ersten Vorsitzenden. Damit wurde die Stadt am Niederrhein Sitz der Freunde des Walzerkönigs.

Nach Strauss-Tagen in Stockholm und Leinfelden-Echterdingen, fand im Oktober 1987 eine Johann Strauss-Woche in Coburg statt, die der Gesellschaft viele neue Impulse verlieh. Man feierte den 100. Jahrestag der "Coburger Hochzeit" von Johann Strauss und seiner dritten Frau Adele, der die Naturalisierung vorausging.

Bei dieser Gelegenheit enthüllte Elisabeth Strauss, die Witwe des berühmten Wiener Dirigenten Eduard Strauss II, einen Johann Strauss-Gedenkstein, und ihr Sohn, Dr. Eduard Strauss, der heutige Repräsentant der Walzerdynastie, resümierte: "Das Echo dieser Woche war auch in der Presse zufriedenstellend. Allen Organisatoren sei nochmals gratuliert, sie haben neue Maßstäbe gesetzt und eine Aufbruchstimmung in der internationalen Strauss-Bewegung hervorgerufen. Das 'Virus Coburgense' wird weiterwirken!"

Bis es soweit kam, mussten in der Vestestadt Coburg manche Barrieren aus dem Wege geräumt werden, ehe sie sich mit dem Beinamen "Strauss-Stadt" schmücken konnte. An der Spitze der Coburger "Straussianer" stand Dr. Friedrich Klose, der bereits 1982 im Foyer des Coburger Rathauses eine Gedenktafel über die Eheschließung des Walzerkönigs anbringen ließ. Er war es auch, den gemeinsam mit der Stadt Coburg den Coburger Neujahrskonzerten mit dem "Alt- Wiener Strauss-Ensemble" unter der Leitung von Arthur Kulling den Weg ebnete, die seit 1988 regelmäßig im Kongresshaus Rosengarten stattfinden und immer ausverkauft sind.

Zwischenzeitlich wurde auch im Jahre 1993 die von Johann Strauss ins Leben gerufene "Johann Strauss-Stiftung" wiederbelebt. Der Stiftungsabwurf dient nunmehr der Förderung junger Nachwuchskünstler beim Internationalen Gesangswettbewerb "Alexander Girardi".

Ebenfalls in Coburg wurde 1991 ein neues Präsidium gewählt, das heute noch die Amtsgeschäfte führt:

Erster Vorsitzender: Arthur Kulling (Leinfelden/Echterdingen), zweiter Vorsitzender: Werner Abel (Darmstadt), weitere Vorstandsmitglieder: Inge Röhre (Krefeld), Georg Günter, Hubert Köhler und Albrecht Tauer (alle Coburg). So wurde Coburg nun auch Sitz der "Deutschen Johann Strauss-Gesellschaft".

Im Bärenturm an der alten Stadtmauer befindet sich nun die Geschäftsstelle der Gesellschaft, Untere Anlage 2, 96450 Coburg. Telefon:
09561/95016, Fax: 09561/90467.

1992 und 1994 fanden in Coburg, von der Kulturabteilung der Stadt und der Strauss-Gesellschaft arrangiert, Johann Strauss-Musiktage mit Konzerten, Theateraufführungen, Vorträgen, Ausstellungen und Bällen statt. Zeitgleich veranstaltete die Stadt den Internationalen Gesangswettbewerb "Alexander Girardi" für junge Opern-und OperettsängerInnen, der immerhin mit einer Gesamtsumme von 40.000 DM ausgelobt ist.

Aus Gründen der Zusammenlegung der Musiktage, des Gesangswettbewerbs und der Feierlichkeiten anlässlich des 100 sten Todestages von Johann Strauss (Sohn) finden die "Johann Strauss Musiktage" und der "Alexander Girardi - Musikwettbewerb" nach 1996 erstmals wieder 1999 statt.

Anfragen an: Stadt Coburg-Kulturabteilung (Albrecht Tauer), Steingasse 18, D-96450 Coburg; Telefon: 09561/891402, Fax: 09561/891029



Coburg und Johann Strauss

Ein C o b u r g e r Neujahrskonzert ? - Dazu ist wohl ein Wort der Aufklärung nötig.

Bekanntlich war der Walzerkönig Johann Strauss Sohn dreimal verheiratet.  Die erste Ehe schloß er 1862 mit der damals sehr beliebtem Sängerin Jetty Treffz, die ihm eine ideale Partnerin wurde, an seinem musikalischen Schaffen regen Anteil nahm und ihm als Beraterin und Organisatorin unentbehrlich war. Ihr war es auch hauptsächlich zu verdanken, daß Strauss sich der Operettenkomposition zuwandte. Der Tod von Jetty im Jahr 1878 zerstörte jäh das glückliche Zusammenleben. Nach sieben Wochen schon heiratete Strauß die 28jährige Schauspielerin Angelika Dittrich, die sich wohl durch seine tatkräftige Unterstützung eine eigene künstlerische Karriere erhoffte. Die in unbeherrschter Leidenschaft geschlossene Ehe zerbrach schnell, da sich "Lilly" dem Direktor des Theaters an der Wien, Franz Steiner, zugewandt hatte. Zwar wurde die "Trennung von Tisch und Bett" ausgesprochen, doch ermöglichte das nach dem österreichischen katholischen Eherecht keine Neuvermählung. Inzwischen war ihm die verwitwete Adele Strauss, geborene Deutsch, nähergetreten, die nun in der gleichen Weise wie Jetty durch Anteilnahme an Straussens Schaffen und starke Einfühlungsgabe sein weiteres Leben entscheidend bestimmen sollte.

Freilich machte sich, je länger umso dringlicher, bei beiden der Wunsch bemerkbar, ihr Verhältnis in einer Ehe zu legalisieren. Die Wege, die dazu eingeschlagen werden mußten, waren dornenreich und erforderten geduldiges Warten, so schwer ihnen das auch fallen mochte. Zum Erfolg führte schließlich die Möglichkeit, daß Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha als Landesherr das Recht besaß, unter bestimmten Voraussetzungen Ehescheidungen auszusprechen. Die eine Vorbedingung war der Übertritt von Adele und Johann zum protestantischen Glauben, die andere der Erwerb der sächsisch-coburgischen Staatsbürgerschaft; beides wurde von ihnen vollzogen. So konnte nach der landesherrlich ausgesprochener) Trennung der zweiten Ehe auch "dem Bande nach" die standesamtliche Trauung am 15. August 1887 in Coburg vorgenommen werden. Dass Johann Strauss nie mehr in seinem Leben Coburg aufsuchte, bedarf kaum einer Erläuterung, wenn man die allseits anerkannte Bedeutung des Meisters und seine Weltläufigkeit berücksichtigt. Coburger mußte Strauss werden - in Coburg leben konnte er nicht.

Es muß jedoch nachdrücklich betont werden, daß Johann Strauss Coburger Bürger bis zu seinem Tod 1899 geblieben ist und auch stets Herzog Ernst II. in dankbarer Ergebenheit verehrt hat, wie die Widmung der Operette "Simplicius" an ihn beweist.

So finden alljährlich nun die Coburger Neujahrskonzerte statt, die von Dr. Eduard Strauss, dem Präsidenten der Johann-Strauss Gesellschaft, Wien und Ururenkel des Komponisten Johann Strauss Vater moderiert werden.

Professor Dr. Friedrich Klose
 
Das Alt-Wiener Strauss-Ensemble Stuttgart
 

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